Über die Herkunft und die Entdeckung des Heiligtums der sogenannten Windeln Jesu gibt es erst verhältnismäßig spät erste Hinweise. Aus dem Altertum wird über den Stoff, aus dem die „Windeln“ gefertigt sind, nichts mitgeteilt. Es ist ein dicker und dicht gewalkter Stoff von bräunlicher Farbe, der dadurch eher einem porösen Filz als einem gewebten Textil ähnlich erscheint. Das Heiligtum ist dreifach zusammengefaltet; entfaltet hat es Trapezform, die Oberkante ist in Art eines Halsausschnittes halbrund ausgeschnitten. – In Aachen erzählt eine alte Tradition, dass die „Windeln des Heilandes“ aus der Fußbekleidung des hl. Josef gemacht seien: Die „Botzen des hl. Joseph“ seien zu einer Art an drei Seiten geschlossenen „Muff“ zusammengenäht worden. Ein Zusammenhang dieser Tradition mit einer Notiz des Patriarchen Germanus (13. Jahrhundert), die „Windeln“ seien von Maria selbst gefertigt worden, da Mittel gefehlt hätten, Windeln zu kaufen, ist nicht bekannt. – Auf die Armut Jesu weist die Einladung und Ankündigung der Verehrung dieses Heiligtums hin.
Quelle: A. Peters, Die Betefahrt nach Aachen