Die Heiligtümer in Kornelimünster sind ausschließlich Christus-Reliquien, sie werden auch „biblische“ oder „evangelische“ Heiligtümer genannt:
1. Das Schürztuch (linteum Domini)
Dies ist der Überlieferung nach das Tuch, das sich Jesus umgebunden hatte, als er beim letzten Abendmahl den Jüngern die Füße wusch.
2. Das Grabtuch (sindon munda)
Gemäß alter Tradition wurde dieses Tuch von Josef von Arimathäa bei der Grablegung benutzt.
3. Das Schweißtuch (sudarium Domini)
Der Überlieferung nach ist dies das Tuch, das, jüdischem Brauch folgend, den Kopf des Leichnames Jesu im Grab umhüllt hat.
Wissenschaftliche Untersuchungen dieser Textilien bescheinigen ihnen eine Herkunft aus antiker Zeit und dem Raum des Vorderen Orients.
Die drei Tuchreliquien stammen ursprünglich aus dem Reliquienschatz den Karl der Große seiner Pfalzkapelle geschenkt hatte. Ludwig der Fromme, sein Sohn und Nachfolger, entnahm sie diesem Schatz und schenkte sie der Kirche des von ihm gegründeten Klosters im Tal der Inde. Im Gegensatz zum kostbaren Marienschrein, in dem die Aachener Tuchheiligtümer aufbewahrt werden, lagern die Reliquien in Kornelimünster in einem schlichten hölzernen Kasten.
Gegen Ende des 9. Jahrhunderts gelangte im Rahmen eines Reliquientausches eine Hälfte des Grabtuches in die neue Pfalz des Westfrankenreiches in Compiègne. Im Gegenzug kamen die Schädeldecke und ein Armknochen des Hl. Cornelius nach Kornelimünster. Daraus entwickelte sich neben der Verehrung der Christus-Reliquien auch eine Cornelius-Verehrung.
1790 fand die letzte Heiligtumsfahrt statt, bei der die Reliquien im Besitz der Benediktinerabtei waren. Vier Jahre später mussten sie vor den Truppen Napoleons nach Paderborn in Sicherheit gebracht werden.
Dem Bischof des ersten Aachener Bistums, Marc Antoine Berdolet, verdankte Kornelimünster, dass die Heiligtümer der neuen Pfarrei St. Cornelius übergeben wurde. Die Pfarrei wurde damit anstatt des Klosters zum Träger der Wallfahrt.
Im Laufes des 19. Jahrhunderts kam es, zunächst zögerlich, zu einem Neuanfang der Heiligtumsfahrten. 1916 fiel die Heiligtumsfahrt wegen des Krieges aus.
1937 war Clemens August Graf von Galen, der „Löwe von Münster“, unter den Bischöfen, die die Heiligtümer von Kornelimünster von den Galerien der St. Kornelius-Kirche zeigten.
Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Tradition der Heiligtumsfahrt wieder aufgegriffen.
1979 wurde sie zum ersten Mal unter einen Leitgedanken gestellt. Damit sollte der alte Brauch inhaltlich präzisiert werden.
Eröffnung:
Samstag, 2. Juni, 17.00 Uhr mit Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff
Kornelius – Oktav (2. Teil der Wallfahrt):
14. – 23. September 2007
Ablauf des WalIfahrtstages:
10.30 Uhr Pilgermesse mit Verehrung der Heiligtümer
und der Möglichkeit der Krankensegnung und
der Auflegung des Schweißtuches
15.30 Uhr Pilgerandacht mit Verehrung der Heiligtümer
18.30 Uhr Abendlob
Anschrift:
Propsteipfarramt Kornelimünster, Pilgerbüro, Benediktusplatz 11,52076 Aachen,
Telefon 02408/2106, Fax 02408/930942
Email: st.kornelius@web.de